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Parashat Miketz

3 Seiten · ~4 Min. Lesezeit · 16 % der Quelle · Auf Sefaria lesen

Miketz („Nach“) erzählt, wie Josef die Träume des Pharao deutet und zum zweitmächtigsten Mann nach dem Pharao in Ägypten wird. Als Josefs Brüder wegen einer Hungersnot nach Ägypten kommen, um Essen zu kaufen, beschuldigt Josef sie, Kundschafter zu sein. Er verlangt, dass sie mit ihrem jüngsten Bruder Benjamin zurückkommen, und später lässt er heimlich einen Becher in Benjamins Sack legen.

Seite 1 1. Mose 41:1-57

Zwei Jahre vergingen. Da träumte der Pharao, er stünde am Nil: Sieben schöne, wohlgenährte Kühe stiegen herauf und weideten, dann kamen sieben hässliche, magere Kühe und fraßen die schönen. Er wachte auf, schlief wieder ein und träumte noch einmal: Sieben volle, gute Ähren wuchsen an einem einzigen Halm, dann sprossten sieben dünne Ähren, vom Ostwind versengt, und verschlangen die guten. Am Morgen rief der Pharao seine Wahrsager und Weisen, aber niemand konnte den Traum erklären.

Da erinnerte sich der oberste Mundschenk an Josef, einen hebräischen Jüngling im Gefängnis, der Träume auslegen konnte. Der Pharao ließ Josef holen. Josef sagte: „Nicht ich, Gott wird dem Pharao antworten, was ihm Heil bringt.“ Dann erklärte Josef: Die beiden Träume sind eine einzige Botschaft. Es kommen sieben Jahre mit großem Überfluss, danach sieben sehr schwere Hungerjahre. Josef riet dem Pharao, einen klugen Mann einzusetzen und in den guten Jahren Getreide in den Städten zu sammeln.

Der Pharao setzte Josef über ganz Ägyptenland, nur der Thron stand noch über ihm. Josef war dreißig Jahre alt. Er reiste durch ganz Ägyptenland und ließ so viel Getreide speichern, dass man es am Ende nicht mehr zählen konnte.

Seite 2 1. Mose 42:1-43:34

Als die Hungerjahre begannen, gab es in Ägypten trotzdem Brot, weil Josef das Getreide aus den Speichern verkaufte. Die Menschen schrien zum Pharao, und der Pharao sagte: „Geht hin zu Josef; was er euch sagen wird, das tut!“ Bald erreichte die Hungersnot auch Kanaan. Jakob schickte zehn seiner Söhne nach Ägypten, um Getreide zu kaufen, aber Benjamin ließ er zu Hause.

Josef war der mishneh, das heißt, er war der Zweite nach dem Pharao und gab dem Volk Korn. Als seine Brüder kamen, fielen sie vor ihm nieder, aber sie erkannten ihn nicht. Josef stellte sich fremd, redete hart und beschuldigte sie, Kundschafter zu sein. Sie sagten, sie seien ehrliche Brüder, zwölf insgesamt, der Jüngste sei bei ihrem Vater, und einer sei „nicht mehr vorhanden“. Josef stellte sie auf die Probe: Ein Bruder sollte festgehalten werden, die anderen sollten Getreide nach Hause bringen, und dann müssten sie Benjamin mit zurückbringen.

Josef ließ Simeon vor ihren Augen binden. Die anderen schickte er mit Getreide und Reiseproviant fort, und heimlich ließ er jedem sein Geld wieder oben in den Sack legen. Unterwegs fanden sie das Geld und bekamen Angst. Sie sagten zitternd: „Ach, warum hat uns Gott das getan?“

Seite 3 1. Mose 44:1-17

Die Hungersnot blieb schlimm, und schließlich ließ Jakob Benjamin doch mitgehen. Er gab ihnen Geschenke mit: Balsam, Honig, Tragakanth und Ladanum, Pistazien und Mandeln, und dazu doppelt so viel Geld. In Ägypten befahl Josef, die Männer in sein Haus zu führen und ein Essen vorzubereiten. Die Brüder fürchteten sich wegen des Geldes, das im ersten Sack wieder aufgetaucht war. Aber der Hofmeister sagte ihnen, ihr Gott habe ihnen einen Schatz in die Säcke gelegt, und er brachte Simeon zu ihnen heraus.

Josef sah Benjamin und sagte: „Gott sei dir gnädig, mein Sohn!“ Nach dem Essen befahl Josef seinem Hofmeister, ihre Säcke mit Speise zu füllen, das Geld wieder oben hineinzulegen und Josefs silbernen Becher in den Sack des Jüngsten zu stecken.

Am Morgen zogen sie los. Doch der Hofmeister jagte ihnen nach und beschuldigte sie. Sie protestierten und sagten, wer den Becher habe, solle bestraft werden. Man suchte vom Ältesten bis zum Jüngsten, und der Becher fand sich in Benjamins Sack. Da zerrissen die Brüder ihre Kleider und kehrten in die Stadt zurück. Juda und die anderen fielen vor Josef auf die Erde, aber Josef sagte: Nur der, bei dem der Becher gefunden wurde, solle sein Knecht sein. Die anderen dürften in Frieden zu ihrem Vater hinaufziehen.

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